Zusatzsteuergerät oder klassisches Chiptuning - was ist besser?

 

Bei einem klassischen Chiptuning wird die original Steuergerätesoftware ausgelesen, modifiziert und anschließend wieder eingespielt.  Bei einigen Fahrzeugen ist dies über die OBD-Schnittstelle (On-Board-Diagnose) möglich, bei anderen muss zumindest das Steuergerät ausgebaut werden, um direkt auf den Chip zugreifen zu können. Häufig ist es auch erforderlich den Chip (Speicherbaustein in dem die Steuerungssoftware gespeichert wird) auszulöten und einen geänderten Chip wieder einzulöten.

Bei einem Zusatzsteuergerät handelt es sich um eine Elektronik, die in einer externen Box, mittels Verbindungskabel zusätzlich montiert wird.

Die Zusatzsteuergeräte-Lösung hat gegenüber dem direkten Chiptuning den Vorteil, dass der Einbau in der Regel sehr einfach ist und so auch die Rückrüstung in den Serienzustand jederzeit problemlos möglich ist.

Auf dem Markt der Zusatzsteuergeräte gibt es allerdings erhebliche technische- und qualitative Unterschiede. Da werden mit viel „Tamtam“ Geräte angeboten, die lediglich völlig undifferenziert die Einspritzmenge erhöhen. Diese Methode hat zwar eine spürbare Mehrleistung zur Folge, allerdings auch eine hohe Belastung für den Motor und andere Komponenten. Neben der erhöhten Zylinderkopftemperatur ist bei dieser Methode auch der erhöhte Russausstoß als Problem zu nennen. Bei Fahrzeugen mit Partikelfilter sind dann die Probleme vorprogrammiert.

Enttarnen lassen sich diese Geräte z.B. an der Aussage, dass dieselbe Elektronik bei vielen unterschiedlichen Fahrzeugtypen eingesetzt werden kann oder die Leistung durch das Drehen an Einstellschrauben selber eingestellt werden kann/muss.        

Technisch anspruchsvolle Multikanal-Geräte hingegen stehen der direkten Steuergeräteanpassung nicht nach. Wichtig ist, dass alle relevanten Parameter, wie z.B. die zur Verfügung stehende Luftmenge, der Drehzahlbereich und der Turboladedruck von der Elektronik berücksichtigt werden. Zusätzliche Funktionen wie z.B. die Beachtung fahrzeugspezifischer Unterschiede (Serientoleranzen) durch eine automatische Kalibrierung und Berücksichtigung der Motor-Betriebstemperatur (Kaltlauftimer) zeichnen hochwertige Systeme aus.

Unser Tipp:
Wenn Sie ein Fahrzeug mit Höchstgeschwindigkeitsbegrenzung fahren und an der Aufhebung dieser Vmax-Begrenzung interessiert sind, kommt nur ein klassisches Chiptuning für Sie in Frage. In allen anderen Fällen sind Sie mit einer Zusatzsteuergeräte-Lösung flexibler. Achten Sie aber unbedingt auf die Qualität und Funktionsweise, damit später keine Probleme auftreten.

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